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Wettbewerbsanalyse: Konkurrenz legal durchleuchten

Dirk Kreuter
Dirk Kreuter von hinten auf der Bühne, zeigt ins Publikum — Einstieg in die Wettbewerbsanalyse

Du kennst den Namen deines größten Wettbewerbers. Du hast eine Vermutung, was er verlangt. Und du bist ziemlich sicher, dass er bei der letzten Ausschreibung billiger war. Das war's.

Das ist keine Wettbewerbsanalyse. Das ist Flurfunk mit Excel-Deckblatt.

Dabei liegt in Deutschland mehr über deine Konkurrenz offen herum als in fast jedem anderen Markt Europas. Bilanzen, Gesellschafter, Kapitalerhöhungen, Geschäftsführerwechsel, Stellenanzeigen, Preislisten, Kundenbewertungen — alles öffentlich, alles legal abrufbar, das meiste kostenlos. Und die meisten Unternehmer nutzen davon exakt nichts.

Hier bekommst du beides: die Quellen, aus denen du in Deutschland belastbare Daten über deine Wettbewerber ziehst, und das Raster, das aus diesen Daten Entscheidungen macht. Denn eine Wettbewerbsanalyse, die in einem Ordner endet, hat dich nur Zeit gekostet.

Was ist eine Wettbewerbsanalyse?

Eine Wettbewerbsanalyse ist die systematische Erfassung und Bewertung der Anbieter, die um dieselben Kunden konkurrieren wie du. Das Raster erfasst Struktur, Stärken, Preise und Strategie der Konkurrenz, leitet daraus deren wahrscheinliches Verhalten ab und vergleicht es mit deiner eigenen Position. Ziel ist eine Entscheidung, nicht eine Sammlung.

Das Gabler Wirtschaftslexikon fasst unter Konkurrenzanalyse dieselbe Sache: Ermittlung der Anbieter, Analyse ihrer Struktur, ihrer Marktposition, ihrer Sortimente und ihrer Lieferanten- und Abnehmerbeziehungen — inklusive Ersatzprodukten und branchenfremden Anbietern.

Zwei Abgrenzungen, damit du dir nicht dreimal dieselbe Arbeit machst:

Wettbewerbsanalyse ist nicht Zielgruppenanalyse. Die Zielgruppenanalyse beschäftigt sich mit deinen Kunden: wer sie sind, was sie brauchen, wie sie kaufen. Die Wettbewerbsanalyse beschäftigt sich mit deinen Konkurrenten: wer außer dir um dieselben Kunden kämpft und mit welchen Mitteln. Beides gehört zusammen, beides ist aber ein eigener Arbeitsschritt. Wer sie vermischt, bekommt am Ende weder ein Kundenbild noch ein Wettbewerbsbild.

Wettbewerbsanalyse ist nicht Benchmarking. Benchmarking ist ein Leistungsvergleich anhand von Kennzahlen — oft branchenfremd, weil der beste Reklamationsprozess eben nicht zwingend beim Nachbarbetrieb liegt. Die Wettbewerbsanalyse fragt nach Marktstruktur und Konkurrenten. Damit liefert sie dem Benchmarking die Kandidaten, ersetzt es aber nicht.

Eingeordnet wird das Ganze über deine Unternehmensstrategie. Ohne strategischen Rahmen ist jede Wettbewerbsanalyse nur Neugier.

Schritt 1: Wer ist überhaupt dein Wettbewerber?

Die meisten Listen, die ich in Beratungsmandaten sehe, enthalten drei Namen. Immer dieselben drei. Meistens die, mit denen der Chef vor zehn Jahren auf derselben Messe stand.

Sortiere stattdessen in drei Klassen:

  • Direkte Wettbewerber: gleiche Leistung, gleiche Zielgruppe, gleicher Kaufanlass. Der Betrieb, gegen den du im Angebotsvergleich verlierst.
  • Indirekte Wettbewerber: andere Leistung, gleiches Kundenproblem. Der Personaldienstleister, der deinem Kunden Leiharbeiter stellt, statt dass er deinen Wartungsvertrag bucht.
  • Substitute: eine völlig andere Lösung für denselben Bedarf. Software statt Dienstleistung. Eigenleistung statt Fremdvergabe. Und die härteste Konkurrenz von allen: dass der Kunde gar nichts tut.

Der wichtigste Kandidat auf jeder Liste ist der Status quo. Bei B2B-Investitionsentscheidungen ist „wir machen das erstmal weiter wie bisher" der häufigste Gegner. Wenn dein Vertrieb nur gegen Anbieter argumentiert, aber nicht gegen das Nichtstun, verlierst du Aufträge, die nie in einer Wettbewerbsstatistik auftauchen.

Zehn bis fünfzehn Namen sind eine brauchbare Liste. Davon analysierst du fünf in der Tiefe.

Porter Five Forces als Strukturmodell

Bevor du einzelne Firmen betrachtest, schau dir die Branche an. Michael E. Porters Modell der fünf Wettbewerbskräfte erklärt, warum in manchen Branchen alle Anbieter Geld verdienen und in anderen keiner — unabhängig davon, wie gut der einzelne Betrieb geführt ist.

Die fünf Kräfte, jeweils mit der Frage, die du dir für deinen Markt beantwortest:

  • Rivalität unter bestehenden Anbietern: Wie viele vergleichbare Anbieter gibt es, wie schnell wächst der Markt, wie stark wird über den Preis gekämpft? Stagnierender Markt plus austauschbare Leistung ergibt Preiskrieg.
  • Bedrohung durch neue Anbieter: Wie hoch sind die Eintrittshürden? Kapitalbedarf, Zulassungen, Fachkräftemangel, Referenzen, Netzwerk. Je niedriger die Hürde, desto dünner deine Marge auf Dauer.
  • Verhandlungsmacht der Kunden: Wie viel Umsatz hängt an deinen größten Abnehmern? Wenn drei Kunden 60 Prozent deines Umsatzes tragen, diktieren sie deine Preise — nicht du.
  • Verhandlungsmacht der Lieferanten: Gibt es Alternativen, oder hängst du an einem Hersteller, einem Vorprodukt, einer Zertifizierung?
  • Bedrohung durch Ersatzprodukte: Welche andere Lösung erfüllt denselben Zweck billiger oder bequemer?

Ein Beispiel aus dem Handwerk: Ein Elektro-Fachbetrieb mit 40 Mitarbeitern im gewerblichen Bereich hat starke Rivalität (viele Betriebe, vergleichbare Leistung), hohe Eintrittshürden für größere Projekte (Meisterpflicht, Fachkräfte, Referenzen), erhebliche Kundenmacht bei Rahmenverträgen mit Industriekunden, mittlere Lieferantenmacht bei Großhandelskonditionen und eine wachsende Substitutionsgefahr durch Konzern-Facility-Dienstleister, die Elektroleistungen mit ins Paket nehmen.

Die Erkenntnis daraus ist keine akademische, sondern eine operative: Im Projektgeschäft mit Großkunden verliert dieser Betrieb strukturell. Im Servicegeschäft mit mittelständischen Kunden nicht. Genau das ist eine strategische Entscheidung — und genau da schlägt die Wettbewerbsanalyse in deine Positionierung durch.

Dirk Kreuter mit Team im Freien: Wer den Wettbewerb beobachtet, sieht mehr als dessen Preisliste.
Dirk Kreuter mit Team im Freien: Wer den Wettbewerb beobachtet, sieht mehr als dessen Preisliste.

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Welche Daten über deine Konkurrenz in Deutschland öffentlich sind

Jetzt der Teil, den die meisten Artikel zum Thema auslassen, weil er Arbeit macht. Deutschland hat eine der umfangreichsten Publizitätspflichten Europas. Das kannst du nutzen.

Jahresabschlüsse im Unternehmensregister

Kapitalgesellschaften müssen ihre Rechnungslegungsunterlagen offenlegen. § 325 HGB verpflichtet die gesetzlichen Vertreter, Jahresabschluss und Lagebericht spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag elektronisch an das Unternehmensregister zu übermitteln. Abrufbar ist das über unternehmensregister.de.

Was du dort tatsächlich findest, hängt von der Größenklasse ab — und hier wird es interessant. Nach § 326 HGB übermitteln kleine Kapitalgesellschaften nur Bilanz und Anhang, und der Anhang muss die Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung gerade nicht enthalten. Kleinstkapitalgesellschaften legen lediglich die Bilanz offen. Wer also erwartet, beim 15-Mann-Wettbewerber die Umsatzzahl abzulesen, wird enttäuscht.

Aus der Bilanz allein liest du trotzdem eine Menge:

  • Eigenkapitalquote — wie viel Preisdruck hält der Wettbewerber aus, bevor die Bank nervös wird
  • Entwicklung der Bilanzsumme über drei Jahre — wächst er, oder schrumpft er still
  • Anlagevermögen — investiert er in Maschinen, Fuhrpark, Gebäude
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten — wie fremdfinanziert ist das Wachstum
  • Rückstellungen — offene Risiken, Gewährleistung, Prozesse
  • Bei mittelgroßen und großen Gesellschaften zusätzlich Umsatzerlöse, Personalaufwand und Materialaufwand

Drei Geschäftsjahre nebeneinander sind Pflicht. Ein einzelner Abschluss ist eine Momentaufnahme, drei sind eine Richtung.

Handelsregister

Über handelsregister.de siehst du Rechtsform, Sitz, Gesellschafter, Geschäftsführer, Prokuristen, Kapitalveränderungen, Verschmelzungen, Sitzverlegungen und Liquidationen — bundesweit, aus allen Registern der Länder.

Diese Meldungen sind Frühindikatoren. Eine Kapitalerhöhung heißt: Geld kommt rein, gleich passiert etwas. Ein neuer Prokurist mit Vertriebshintergrund heißt: Der Wettbewerber baut Vertriebsdruck auf. Eine Sitzverlegung in deine Region heißt: Er kommt zu dir. Wer die Bekanntmachungen zu seinen fünf wichtigsten Wettbewerbern regelmäßig durchsieht, weiß Monate vor der Konkurrenz, was ansteht.

Preise, Angebote, Konditionen

Preise sind bei den meisten Anbietern längst öffentlich — in Preislisten, Konfiguratoren, Servicepauschalen, Wartungsvertragsstaffeln, Ausschreibungsergebnissen der öffentlichen Hand. Was nicht öffentlich ist, erfährst du über verlorene Angebote: Frag jeden Kunden, der dich abgelehnt hat, nach Preisniveau und Entscheidungsgrund. Nicht als Vorwurf, sondern als Frage.

Wichtig ist nicht die Preishöhe, sondern die Preislogik: Pauschale oder Stundensatz, Rabattstaffeln, Vertragsbindung, was im Grundpreis enthalten ist und was extra kostet. Genau daran erkennst du, wo dein Wettbewerber Marge macht — und wo du deine Preisstrategie dagegenstellst.

Und die rechtliche Grenze ist klarer, als viele denken: § 3 GeschGehG erlaubt ausdrücklich „ein Beobachten, Untersuchen, Rückbauen oder Testen eines Produkts oder Gegenstands, das oder der öffentlich verfügbar gemacht wurde". Ein gekauftes Konkurrenzprodukt auseinanderzunehmen ist legal. Einen Mitarbeiter zum Bruch seiner Verschwiegenheitspflicht zu bewegen oder sich unter falschem Namen Zugang zu internen Systemen zu verschaffen, ist es nicht. Halte dich an das, was der Markt von sich aus zeigt — es ist mehr als genug.

Stellenanzeigen als Strategieindikator

Das ist die unterschätzteste Quelle überhaupt. Eine Stellenanzeige ist ein Investitionsbeschluss, den dein Wettbewerber freiwillig veröffentlicht.

Lies sie so:

  • Funktion: Zwei Außendienstler für eine neue Region? Er expandiert dorthin. Ein Key-Account-Manager für Industriekunden? Er verlässt das Kleinkundengeschäft.
  • Menge und Frequenz: Dauerausschreibungen für dieselbe Position über Monate deuten auf Fluktuation — und Fluktuation im Vertrieb heißt Betreuungslücken bei seinen Kunden.
  • Technologien und Zertifikate: Nennt er ein CRM, eine Softwareplattform, eine Norm? Dann baut er dort gerade Kompetenz auf.
  • Standort: Neue Niederlassung, bevor sie eröffnet ist.
  • Gehaltsband und Benefits: dein direkter Vergleichswert im Kampf um dieselben Fachkräfte — relevant für deine eigene Mitarbeitergewinnung.

Kein Jahresabschluss verrät dir so früh, wohin ein Betrieb geht.

Bewertungsportale und Kundenstimmen

Bewertungen deiner Wettbewerber sind unbezahlte Marktforschung. Aber nicht die Sternewertung ist interessant, sondern der Text der schlechten Bewertungen. Da steht, woran die Kunden deines Konkurrenten leiden: Reaktionszeiten, Erreichbarkeit, Nachträge, Termintreue, Servicequalität nach dem Kauf.

Jede wiederkehrende Beschwerde über einen Wettbewerber ist ein fertiges Verkaufsargument für dich — vorausgesetzt, du lieferst an dieser Stelle nachweislich besser. Genau daraus entsteht ein belastbares Alleinstellungsmerkmal: nicht aus dem, was du gut findest, sondern aus dem, was der Markt beim anderen vermisst.

Branchen- und Strukturdaten

Für die Einordnung deiner Zahlen brauchst du Branchendaten. Das Statistische Bundesamt führt im Statistischen Unternehmensregister rund 3,5 Millionen rechtliche Einheiten mit Angaben nach Wirtschaftszweig, Beschäftigten- und Umsatzgrößenklasse sowie Region. Damit siehst du, wie viele Anbieter deiner Größenklasse in deinem Wirtschaftszweig überhaupt existieren. Ergänzend liefern IHK-Betriebsvergleiche und Branchenverbände Kennzahlen, die du gegen deine eigenen legen kannst.

Das Analyseraster: was du je Wettbewerber erfasst

Fünf Wettbewerber, ein einheitliches Raster, jeweils eine Zeile Bewertung plus Beleg. Kein Fließtext, keine Vermutungen ohne Quelle.

  • Rechtsform, Gesellschafter, Größe (Mitarbeiter, Bilanzsumme)
  • Finanzielle Stabilität: Eigenkapitalquote, Trend der Bilanzsumme über drei Jahre
  • Leistungsangebot und Tiefe des Sortiments
  • Zielgruppe und regionaler Aktionsradius
  • Preisniveau und Preislogik
  • Vertriebswege: Außendienst, Innendienst, Partner, digital
  • Marketingpräsenz: Sichtbarkeit, Inhalte, Werbedruck
  • Erkennbare Personalstrategie aus Stellenanzeigen
  • Wiederkehrende Schwächen aus Bewertungen
  • Wahrscheinlicher nächster Schritt — und wie du reagierst

Die letzte Zeile ist die einzige, die zählt. Alles darüber ist Vorarbeit.

Unterwegs im VW-Bus — der Markt läuft weiter, ob du ihn analysierst oder nicht.
Unterwegs im VW-Bus — der Markt läuft weiter, ob du ihn analysierst oder nicht.

Vom Datensatz zur Maßnahme

Zurück zum Elektro-Fachbetrieb. Die Analyse ergibt für den größten regionalen Wettbewerber: Bilanzsumme in drei Jahren um rund ein Drittel gewachsen, Eigenkapitalquote gesunken, Bankverbindlichkeiten deutlich gestiegen, laufende Ausschreibung für vier Monteure und einen Projektleiter Großanlagen, in Bewertungen wiederholt Kritik an Terminverschiebungen bei Kleinaufträgen.

Das Bild ist eindeutig: Der Wettbewerber wächst fremdfinanziert ins Projektgeschäft und lässt das Kleinauftrags- und Servicegeschäft schleifen. Er hat Wachstumsdruck und muss Kapazitäten auslasten — er wird im Preis angreifen.

Daraus werden drei Maßnahmen mit Verantwortlichem und Termin:

  1. Kein Preiskampf im Projektgeschäft. Angebote über einer definierten Größe nur noch mit Deckungsbeitragsprüfung.
  2. Serviceoffensive im Bestand: Wartungsverträge mit garantierter Reaktionszeit von 24 Stunden — genau die Lücke, über die seine Kunden klagen.
  3. Gezielte Ansprache seiner unzufriedenen Kleinkunden über den Innendienst, mit der Reaktionszeit als Kernargument.

Das ist der Unterschied zwischen einer Wettbewerbsanalyse und einer Materialsammlung. Drei Maßnahmen, drei Namen, drei Termine. Wie du solche Ergebnisse in einen belastbaren Prozess überführst, steht in der Strategieentwicklung; zusammengeführt werden interne und externe Erkenntnisse in der SWOT-Analyse — die Wettbewerbsanalyse füllt dort die Felder Chancen und Risiken.

Wo die Wettbewerbsanalyse in der Praxis versagt

Drei Fehler sehe ich immer wieder.

Die Analyse wird zur Datensammlung. Achtzig Seiten Bilanzauszüge, kein einziger Beschluss. Wenn am Ende keine Maßnahme mit Verantwortlichem und Termin steht, war es Beschäftigungstherapie.

Der Blick geht nur nach hinten. Ein Jahresabschluss kann nach der gesetzlichen Frist bis zu einem Jahr alt sein, bevor er überhaupt im Register erscheint. Bilanzen erklären die Vergangenheit. Stellenanzeigen, Registerbekanntmachungen und Preisbewegungen zeigen die Zukunft. Gewichte entsprechend.

Die Analyse macht dich zum Nachahmer. Wer den Wettbewerber zu genau studiert, fängt an, ihn zu kopieren — und landet in der Austauschbarkeit. Der Zweck einer Wettbewerbsanalyse ist nicht Angleichung, sondern Abgrenzung. Die beste Erkenntnis ist oft: Das machen alle. Also machen wir es nicht.

Und ein vierter Punkt, den kaum jemand ausspricht: Wettbewerbsanalyse ersetzt keinen Vertrieb. Der beste Marktbericht bringt keinen Auftrag. Er sagt dir nur, wo du deine Kraft hinlenkst.

Wie oft und mit welchem Aufwand

Einmal jährlich die volle Analyse — Jahresabschlüsse, Raster, Ableitungen. Rechne für fünf Wettbewerber mit ein bis zwei Arbeitstagen, wenn du strukturiert vorgehst. Quartalsweise nur das Update: neue Registermeldungen, neue Stellenanzeigen, Preisbewegungen, neue Bewertungen. Das sind zwei Stunden.

Verantwortlich ist eine Person, nicht ein Gremium. Und das Ergebnis geht in dieselbe Runde, in der auch deine Strategie überprüft wird — sonst passiert nichts damit.

Wenn du das nicht nebenbei aufbauen willst, sondern eine Struktur brauchst, die Analyse, Positionierung und Vertriebssteuerung zusammenbringt: Genau daran arbeiten wir im Skalierungsconsulting und auf dem Workshop Unternehmer mit System. 35 Jahre Vertrieb, über 10.000 begleitete Unternehmer — und in praktisch jedem Mandat dieselbe Ausgangslage: Der Markt ist bekannt, aber nie sauber analysiert worden.

Fang mit einem Wettbewerber an. Diese Woche. Registerauszug, drei Bilanzen, alle offenen Stellenanzeigen, die letzten zwanzig Bewertungen. Dann eine Maßnahme. Das ist mehr, als 90 Prozent deiner Konkurrenz tun.

Häufige Fragen zur Wettbewerbsanalyse

Ist es legal, Daten über Wettbewerber zu sammeln?

Ja, solange die Daten öffentlich zugänglich sind oder rechtmäßig erlangt wurden. Register, Jahresabschlüsse, Preislisten, Stellenanzeigen und Bewertungen sind unproblematisch. § 3 GeschGehG erlaubt zudem ausdrücklich, ein öffentlich verfügbares Produkt zu beobachten, zu untersuchen und zu testen. Nicht erlaubt sind das Abwerben von Geheimnisträgern zum Geheimnisverrat und der Zugriff auf interne Systeme.

Wie viele Wettbewerber soll ich analysieren?

Sammle zehn bis fünfzehn Namen in den Kategorien direkt, indirekt und Substitut. Analysiere davon fünf in der Tiefe. Mehr wird nicht gepflegt, weniger übersieht die Verschiebungen am Rand deines Marktes. Die Auswahl überprüfst du einmal im Jahr — Wettbewerber wechseln die Kategorie.

Was ist der Unterschied zwischen Wettbewerbsanalyse und Marktanalyse?

Die Marktanalyse betrachtet den gesamten Markt: Volumen, Wachstum, Segmente, Rahmenbedingungen. Die Wettbewerbsanalyse betrachtet die Anbieter innerhalb dieses Marktes. Die Marktanalyse sagt dir, ob der Kuchen wächst. Die Wettbewerbsanalyse sagt dir, wer außer dir daran sitzt und wie hungrig er ist.

Woher bekomme ich Umsatzzahlen kleiner Wettbewerber?

In der Regel gar nicht direkt. Kleine Kapitalgesellschaften müssen nach § 326 HGB keine Gewinn- und Verlustrechnung offenlegen, Kleinstkapitalgesellschaften nur die Bilanz. Personengesellschaften ohne Kapitalgesellschaft als Vollhafter sind gar nicht offenlegungspflichtig. Arbeite stattdessen mit Näherungen: Mitarbeiterzahl mal branchenüblicher Pro-Kopf-Umsatz, Fuhrparkgröße, Anzahl der Standorte.

Wie oft muss eine Wettbewerbsanalyse aktualisiert werden?

Einmal jährlich vollständig, quartalsweise als Kurz-Update. In stark bewegten Märkten mit vielen Neueintritten eher halbjährlich vollständig. Entscheidend ist nicht die Frequenz, sondern dass jedes Update mit der Frage endet: Ändert sich dadurch etwas an unserem Plan — ja oder nein?